IG Freizeitreiter Niederrhein e.V.
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Westernpad Test
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Autor: ThomasR [ 26. Okt 2010 22:21 ]
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Sepia hat geschrieben:
Mit was anderem als nem Contoured (hab die von Reinsman mit Kodelunterseite) brauch ich bei meinem Pferd auch gar net kommen. Sie hat ja noch nicht mal so nen Monsterrist, aber grade Pads ziehen sich da vorn so dermaßen extrem runter, dass ich damit nicht guten Gewissens reiten würde.


Ja, das "Auskammern" des Pads bringt da gar nichts, die Pads liegen schon nach sehr kurzer Zeit (wenige Minuten) auf dem Widerrist auf und erzeugen dort erheblichen Druck. Und nicht nur dort, sondern auch unter dem hinteren Bereich des Westernsattels, sogar noch hinter den Bars (also unter der Mitte der Skirts hinter dem Cantle).

Die meisten getesteten "contoured" Pads (5-Star, Diamond Wool, Lamicell, HAF) erzeugten ebenfalls Druck auf oder neben dem Widerrist und/oder auf der Wirbelsäule. Ausschließlich Pads mit extra Polsterungen unter dem Basispad (also an der Unterseite) waren bei unserer Testreihe in der Lage, sowohl Widerrist als auch die gesamte Wirbelsäule frei zu stellen. Dabei war es unerheblich, ob sie konturiert waren oder nicht.

Autor: Mahasin [ 27. Okt 2010 07:23 ]
Betreff des Beitrags: 

ThomasR hat geschrieben:
Mahasin hat geschrieben:
Gute Idee, echt prima!

Wobei ich die Angaben über das HAF-Pad nicht unterstützen kann, es ist das erste Pad, wo der Schweiß gut abläuft und mein Arabi keinen Haarbruch erleidet (und er keine verstopften Talgdrüsen von bekommt) :smilie_winke_088:


Was meinst du mit "ablaufendem Schweiß"? Läuft er zwischen Pad und Fell heraus? Denn Feuchtigkeit (Schweiß) aufnehmen kann das von uns getestete HAF Pad (Gummi und Schaumstoff) definitiv nicht ...
Vielleicht hast du aber auch ein anderes HAF Pad als das von uns getestete, wie heißt deines denn?


Nein, es nimmt den Schweiß nicht auf, sondern er läuft einfach unten raus! Das ist für mich ja der Vorteil, damit er nicht wieder verstopfte Talgdrüsen bekommen kann. Andere Pads kann man schließlich nicht mal eben 1 x pro Woche in die Waschmaschine stecken, wie ich das mit normalen Englischschabracken mache. Und Filz oder Kodel saugt sich voll mit Schweiß und das verträgt Arabär nicht.

Wie genau meines heißt weiß ich nicht.

Sieht so aus:

http://www.shop.reitsportschulte.de/Wes ... s::45.html

Autor: Sonne74 [ 27. Okt 2010 08:01 ]
Betreff des Beitrags: 

erstmal großes Lob für den ausführlichen Test

Außerdem steigt doch meine Freude nochmal über mein gerade gekauftes Lammfell-Pad. :smilie_op_010:

Allerdings finde ich so Hinweise wie von Mahasin besonders wichtig, da man sieht, dass nicht für jedes Pferd Schema F bzw. das herausgearbeitete Optimum gleich anzuwenden ist.

Autor: Charly [ 27. Okt 2010 08:50 ]
Betreff des Beitrags: 

Also, zu nächstmal Hut ab für die Mühe die ihr euch gemacht habt! :smilie_op_010:
Die Idee ist echt gut, ich hätte mir jetzt noch gewünscht, das ihr auch noch die anderen Materialien getestet hättet, die bei vielen Westernreitern sehr beliebt sind, z.B. Neopren.
Was ich ebenfalls noch interessant fände, wäre der Vergleich mit günstigen Pads, sprich ab 25 Euro.
Denn wenn ich richtig gelesen habe, habt ihr Pads ab 60 Euro getestet!?

Ich hatte persönlich nie Probleme mit dem Pad. Alle Probleme die ich bisher hatte (z.B. Haarbruch) waren Sattelbedingt. Seit ich einen neuen, passenderen Sattel für mein Hotta habe, hab ich auch keine Probleme mehr!
Das teuerste Pad das ich besitze hat glaube ich 60 Euro gekostet!

Nur mal so als Anregung, evtl. für das nächste Projekt!? :smilie_happy_064:

LG
8)

Autor: Rita [ 27. Okt 2010 09:46 ]
Betreff des Beitrags: 

@Mahasin: Ob das wirklich ein Vorteil ist? :smilie_verl_049: Normaler Weise sollte das Pad den Schweiss aufnehmen. Wenns nur rausläuft, wie z.B. bei Neopren, gibts doch voll den Hitzestau... oder seh ich das falsch?

Autor: Mahasin [ 27. Okt 2010 09:52 ]
Betreff des Beitrags: 

@Rita

Vielleicht nicht für jedes Pferd - aber für meins definitiv besser. Mit Hitzestau hatte ich noch nie ein Problem, er war auch noch nie komplett nassgeschwitzt darunter. Auch bei Wanderritt (Veluwe 2008) kein Problem und das war dann wohl ein Härtetest.

Ich habe lieber Schweiß, der nach unten abläuft, als Schweiß im Pad eingezogen und dadurch verstopfte Talgdrüsen ;)

Autor: Sepia [ 27. Okt 2010 10:07 ]
Betreff des Beitrags: 

@Mahasin: Kenn das verstopfte Talgdrüsen-Problem von meiner auch. Bei uns rührts allerdings von Neopren - sei es als Pures Pad oder auch nur neopren-ähnliches Material als Padeinlagen; brauch ich gar nicht erst dran zu denken.
Bei uns war aber auch das Haf-Pad das erste "Synthetische" Pad, wo bei Madame dieses Problem nicht auftritt (hab nämlich das gleiche knall-orange wie ihr *gg*).

Jetzt in der kalten Zeit übrigens ganz nett zu sehen. Wenn mans Pferd so reitet, dass es auch bissl ins dampfen kommt, dann dampfts auch durchs Haf-Pad durch nach oben raus. Zwar nicht ganz so stark wie am restlichen Pferd - aber immerhin :)


@ThomasR: Also der Widerrist bleibt bei meiner Stute stets komplett frei, die Pads ziehen sich dort nicht runter, darauf achte ich nämlich. Auch im hinteren Bereich stehen die Reinsman-Pads eher immer noch nach oben ab, als sich auf die Wirbelsäule zu ziehen. Bei der Wirbelsäule habe ich mich aber schon oft gefragt, warum Westernpads da keine Freiheit haben. Habe längere Zeit in einer Sattlerei gearbeitet (englisch/distanz) und daher weiß ich um die viele Arbeit die man sich in dem Bereich als Sattler macht um eben diesen Bereich freizulassen...

Ich fände es sehr schön, wenn ihr den Testbericht bebildern würdet. Sprich einmal wäre eine Aufnahme vom Rücken bzw. der Rückenform des Pferdes interessant und dann würde mich zu jedem Pad nach dem Reiten das Messbild sehr interessieren. Ein Bild von jeden Pad wäre auch nicht uninteressant.

Autor: ThomasR [ 27. Okt 2010 19:10 ]
Betreff des Beitrags: 

Charly hat geschrieben:
Also, zu nächstmal Hut ab für die Mühe die ihr euch gemacht habt! :smilie_op_010:

Danke für die Blumen! :smilie_verl_018:

Zitat:
Die Idee ist echt gut, ich hätte mir jetzt noch gewünscht, das ihr auch noch die anderen Materialien getestet hättet, die bei vielen Westernreitern sehr beliebt sind, z.B. Neopren.

Nun ja, Neopren lässt weder Feuchtigkeit noch Wärme durch (deswegen tragen Taucher in kalten Gewässern Neopren-Anzüge), und scheidet daher von vorne herein als Material für ein Pferde-freundliches Pad aus.

Zitat:
Was ich ebenfalls noch interessant fände, wäre der Vergleich mit günstigen Pads, sprich ab 25 Euro.

Abgesehen davon dass diese Tests eine gehörige Menge Zeitaufwand kosten, sind sie auch nicht zum 0-Tarif zu haben - sprich sie kosten Geld. Was die "günstigen" (ich würde sagen "billigen") Pads betrifft, haben alle die ich kenne eines gemeinsam: Sie sind von vorne bis hinten und von links bis rechts überall gleich dick, unterscheiden sich also in dieser Hinsicht nicht von anderen Pads mit dieser Form. Und genau diese Form, nämlich die durchgehend gleiche Stärke, führt (gemäß unserer Tests, und unabhängig vom Material) zu Druck auf den bzw. neben dem Widerrist und auf die Wirbelsäule.
Was Kodel und andere Kunstfaserpads (also die günstigen bzw. billigen) allerdings deutlich schlechter können als Pads aus Wolle, Lammfell, Wollfilz, etc., ist die Aufnahme und der Transport von Feuchtigkeit und Wärme.

Zitat:
Ich hatte persönlich nie Probleme mit dem Pad. Alle Probleme die ich bisher hatte (z.B. Haarbruch) waren Sattelbedingt. Seit ich einen neuen, passenderen Sattel für mein Hotta habe, hab ich auch keine Probleme mehr!

Nun, ich hatte ja geschrieben dass der verwendete Sattel die bestmögliche Passform hat - nicht nur dass der Baum eigens für dieses Pferd angefertigt wurde, sondern auch die Druckmessung ohne Pad zeigte die hervorragende Passform. Die Testergebnisse haben also absolut nichts mit einem nicht korrekt sitzenden Sattel zu tun.

Um Missverständnisse von vorne herein aus dem Weg zu räumen: Wir haben diese Tests gemacht, weil wir wissen wollten welche Art von Pad in allen drei Punkten (Druckverteilung, Abfuhr von Feuchtigkeit und Wärme, sowie stabile Lage des Sattels) das Optimum darstellt - nicht weil wir beweisen wollten dass unser eigenes Pad das Beste ist. Nicht nur dass es zu Beginn der Testreihe unsere "Eigenkonstruktion" noch gar nicht gab, es gab noch nicht einmal die entfernteste Idee, überhaupt ein eigenes Pad zu bauen.

Beste Grüße,
Thomas

Autor: ThomasR [ 27. Okt 2010 19:46 ]
Betreff des Beitrags: 

Sepia hat geschrieben:
Jetzt in der kalten Zeit übrigens ganz nett zu sehen. Wenn mans Pferd so reitet, dass es auch bissl ins dampfen kommt, dann dampfts auch durchs Haf-Pad durch nach oben raus. Zwar nicht ganz so stark wie am restlichen Pferd - aber immerhin :)

Es kann nur durch die eingestanzten Löcher Feuchtigkeit entweichen, dort wo keine Löcher sind (schätzungsweise 2/3 oder mehr der Gesamtfläche) kann auch nichts "durchgehen" - weder Feuchtigkeit noch Wärme.
Nicht böse sein, aber ich frage mich wie du den Dampf, der durch das Pad geht, sehen kannst während ein Sattel auf dem Pferd liegt?


Zitat:
@ThomasR: Also der Widerrist bleibt bei meiner Stute stets komplett frei, die Pads ziehen sich dort nicht runter, darauf achte ich nämlich.

Das glaube ich dir gerne. Unsere Messungen ergaben in diesem Fall (nämlich wenn das Pad nicht auf den Widerrist drückte) bei allen Pads ohne zusätzliche Polsterungen unter dem Trägermaterial, dass dann erheblicher Druck neben dem Widerrist auftrat. Und das lässt sich nur mittels einer Messung herausfinden.

Zitat:
Auch im hinteren Bereich stehen die Reinsman-Pads eher immer noch nach oben ab, als sich auf die Wirbelsäule zu ziehen.

Optisch kann das nur eine zweite Person beurteilen, nicht Reiter/in selber, während er/sie auf dem Pferd sitzt. Oder eben eine Messung ...

Zitat:
Bei der Wirbelsäule habe ich mich aber schon oft gefragt, warum Westernpads da keine Freiheit haben. Habe längere Zeit in einer Sattlerei gearbeitet (englisch/distanz) und daher weiß ich um die viele Arbeit die man sich in dem Bereich als Sattler macht um eben diesen Bereich freizulassen...

Vielleicht weil Pads schon seit undenklichen Generationen mehr oder weniger gleichartig gebaut wurden, getreu nach dem Motto "Ich weiß nicht warum wir das so machen, aber mein Vater - Großvater - Urgroßvater - ... hat es auch schon so gemacht?
Passende Westernsattel-Bäume an sich stellen die Wirbelsäule immer frei. Jedoch drücken die Bars (wegen des Reitergewichts) die allermeisten Pads herunter auf die Wirbelsäule, was ein wesentlicher Grund für das mäßige Abschneiden der meisten von uns getesteten Pads ist.

Zitat:
Ich fände es sehr schön, wenn ihr den Testbericht bebildern würdet.

Ja, vielleicht finde ich dazu die Zeit.

Zitat:
Sprich einmal wäre eine Aufnahme vom Rücken bzw. der Rückenform des Pferdes interessant und dann würde mich zu jedem Pad nach dem Reiten das Messbild sehr interessieren.

Nun, der Rücken des Pferdes ist "stinknormal" - weder ein besonders hoher, noch ein besonders flacher Widerrist, weder ein besonders gewölbter noch ein besonders gerader Rücken, Pferd weder fett noch dürr, ein ganz normales Quarter Horse (kein "Halterschwein", keine "Cuttingkatze", weder ein Vollblut noch ein Warmblut mit Quarter Horse Papieren). Mit anderen Worten, ein typisches Pferd für das seit Jahrzehnten Westernsättel gebaut werden.
Ich werde dennoch schauen ob ich ein aussgekräftiges Foto von seinem Rücken bekomme. Ebenso werde ich versuchen ob ich die Messbilder (die übrigens während des Reitens in Echtzeit aufgenommen werden) so konvertieren kann, dass ich sie hier bzw. im Test einfügen kann.

Zitat:
Ein Bild von jeden Pad wäre auch nicht uninteressant.

Nichts für ungut, aber das kann sich jede/r mittels unserer Angaben im Test und dem Internet leicht selber anschauen ...

Beste Grüße,
Thomas

Autor: Duffynante [ 27. Okt 2010 19:55 ]
Betreff des Beitrags: 

Nicht böse sein, aber ich frage mich wie du den Dampf, der durch das Pad geht, sehen kannst während ein Sattel auf dem Pferd liegt?

Ich gestehe, DAS habe ich mich beim Lesen auch gefragt.... :smilie_happy_251: bitte genauer definieren! :smilie_winke_088:

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